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Was Christen aus der Schmetterlingskunde lernen können
(E mail 360, Jan 2, 2009, der wöchentliche Rundbrief unserer Bischöfin Mary-Ann Swenson; eigene Übersetzung)
Lassen Sie mich mit einer historischen Bemerkung aus „Garrison’s daily writer‘s Almanac“ (vom 2. Januar 2009) beginnen:
„Heute ist ein wichtiger Gedenktag für Lepidopterolo-gen, Menschen, die Schmetterlinge und Motten studieren, sammeln und beobachten. Am 2. Januar 1975 nämlich hat der Amateurnaturkundler Kenneth Brugger herausgefunden, wo der Monarch von Nordamerika aus zum Überwintern hinfliegt. Wissenschaftler hatten die Wanderung des Monarch über 30 Jahre schon erforscht und hatten so gut wie alles über diesen Schmetterling herausgefunden, nur nicht, wo er überwintert.
Kenneth Brugger war ein amerikanischer Textiltechniker, der in Mexico City arbeitete. Er erinnerte sich daran, wie er einst durch eine Wolke von Monarchen flog, als er irgendwann in den Bergen im Westen von Mexico City im Urlaub war. Er ging an jenen Platz zurück, konnte aber nichts herausfinden, und die Bauern in jener Gegend gaben ihm keine Auskunft. Dann brachte er seine mexikanische Frau Catalina mit, und die Bauern tauten auf.
Ein Bauer brachte sie auf einen entlegenen Berg, der so etwa 3500 Meter hoch war und plötzlich waren die Tannen so voll mit Monarchen, dass sie orange statt grün waren. Wissenschaftler haben geschätzt, dass dort in etwa 4 Millionen Schmetterlinge auf den Acre (etwa 4000 Quadratmeter) kamen. Brugger war begeistert, konnte aber nicht wirklich schätzen, was ihm da begegnete: er war farbenblind.“
Meine Beobachtungen, Fragen und die mögliche Lehre, die wir daraus ziehen können.
Brugger war Texiltechniker: keine Zweifel daran, dass seine Arbeit seinen und seiner Familie Wohlstand finanziert hat. Es war technisch- wissenschaftliche Arbeit, für die er hat studieren und arbeiten müassen, um sie zu beherrschen, aber: war es seine Leidenschaft?!
Brugger war auch hobbymäßiger Naturkundler; um etwas mit Eifer und ohne Bezahlung nachzugehen, braucht es Leidenschaft. – Wie verhalten sich (oder wie sollten sich verhalten) Arbeit und Leidenschaft bei uns zueinander?
Die Bauern Vorort waren nicht bereit einem Fremden mitzuteilen, was sie über die Schmetterlinge wussten; was mögen sie gefürchtet haben dass mit diesen Schmetterlingen passiere?! Was hindert uns daran zu teilen, was wir wissen?!
Brugger ist allein nicht an sein Ziel gekommen. Seine Frau war für ihn die Schlüsselfigur, die die Tür zu den ansässigen Bauern geöffnet hat, was dann die entscheidende Voraussetzung dafür war um diese Entdeckung bezüglich der Schmetterlinge zu machen. – Wo bilden wir diese Schlüsselbeziehungen, um unser Ziel zu erreichen?
Wenn die Natur zu verstehen für Brugger eine solche Leidenschaft gewesen ist und – wenn wir einfach sehen müssen, dass Farbe ein wesentliches Merkmal zum Verstehen und Schätzen der Natur ist und – wenn wir davon ausgehen, dass Gott uns eigentlich immer die besten Voraussetzungen für unsere Leidenschaft mitgibt, warum hat Gott dann Brugger nicht die Gabe gegeben, alle Dinge in Farbe zu sehen?! Inwiefern also sind unsere Beschränkungen manchmal ein Teil unserer Erfolgsgeschichte?! Was nun, wenn unsere (so genannten) ‚Behinderungen‘ auf einmal zu dem ‚Kapital‘ werden, das wir nicht noch nicht gelernt haben angemessen zu schätzen und einzusetzen?!
Was ist Ihre (alltägliche) Arbeit? Was ist Ihre Leidenschaft? Und Ihre Einschränkungen? Möge das neue Jahr ein Jahr erfreulicher Entdeckungen und Errungenschaften sein, die Ihnen durch Gottes Leidenschaft gegeben werden.